GENDER – Wissenschaft, Theorie oder Ideologie? (Teil 4)

PROBLEM 4: Inkompatibilität zur Evolutionsbiologie

Schließlich gilt es noch, sich der Evolutionstheorie zu widmen und der völligen Inkompatibilität der Auffassungen von Gender-Ideologen zu selbiger. Auch in diesem Bereich zeigt sich bereits auf einer übergeordneten Ebene, wie weltfremd und unplausibel die Gender-Theorie ist.

So ist es schon auf einer theoretischen Ebene völlig undenkbar, daß die Geschlechter keine Spezialisierungen, keine Unterschiede und spezifischen Talente im Laufe der Evolution ausgebildet hätten. Dieser Gedanke ist evolutionsbiologisch völlig sinnlos.

Sämtliche biologischen Entwicklungen und Veränderungen, die sich im Laufe der Geschichte durchgesetzt haben, verdanken sich der Tatsache, daß sie eine – wenn auch zufällige – gelungene Anpassung an die Umwelt darstellten. Man fragt sich nun, worin eigentlich der Sinn der Entstehung von Geschlechtlichkeit besteht? Was soll diese bringen, wenn nicht eine Spezialisierung der beiden Geschlechter und damit eine Verbesserung der Überlebenschancen, da nun jedes Geschlecht bestimmte Dinge besonders gut zu tun vermag?

Diese Spezialisierung spiegelt sich schon körperlich in vielen Details wider. Es macht nun auch hier den pseudowissenschaftlichen Charakter der Gender-Lehre aus, daß deren Vertreter sich nicht im geringsten für die Fragestellung interessieren, wie wohl die gravierenden körperlichen Unterschiede von Mann und Frau entstanden sein mögen und was sie über die konkrete Lebensrealität und die Anforderungen unserer menschlichen und tierischen Vorfahren aussagen.

Es ist ebenfalls kennzeichnend für den religiösen Charakter der Gender-Lehre, daß neben der völligen allgemein-theoretischen Inkompatibilität zur Evolutionstheorie, deren Vertreter auch systematisch empirische Forschungen zu den biologischen Einflüssen auf unsere Geschlechtlichkeit ignorieren oder relativieren.

Da solch eine Ignoranz in unseren Zeiten wiederum nur bedingt möglich ist, kommt es bei manchen Vertretern dieser Ideologie auch zu absurden Konstruktionen, um sich der erdrückenden Evidenz der biologischen Fakten zu entziehen. So vertritt beispielsweise die Biologin Anne Fausto-Sterling die These, daß es in einer „geschlechtergerechten“ Welt ohne männlich-weibliche Sozialisierung, auch keine hormonellen oder muskulären Unterschiede zwischen den Geschlechtern gebe, da diese sich angeblich den kulturell-normativen Zwängen verdankten, denen die Geschlechter ausgesetzt seien.

Wie wenig Gender-Forschern daran gelegen ist, ihre eigenen Thesen und Anschauungen zu falsifizieren, kann man beispielhaft an dieser Forscherin sehen. Es genügt nämlich bereits ein kurzer Blick ins Tierreich, in dem ebenfalls hormonelle und muskuläre Geschlechtsunterschiede zu verzeichnen sind, um die These von einer kulturell-normativen Konstitution der hormonell-anatomischen Geschlechtsunterschiede ins Reich der akademischen Phantasie zu verbannen.

Ein weiteres Beispiel für die Verblendung und Irrationalität von Gender-Ideologen ist der deutsche Biologe Heinz-Jürgen Voß, dessen Werke nahezu ausschließlich positive Besprechungen in den Medien erfahren. Es handelt sich bei diesem um einen studierten Biologen, der folglich über die grundlegenden evolutionären Mechanismen und Zusammenhänge im Bilde sein müßte.

Voß postuliert, daß es auch auf biologischer Ebene keine Geschlechter gebe, da ihre Entwicklung im Mutterleib einer gewissen Beliebigkeit und Ungerichtetheit unterliege. Es gebe keine eindeutigen festgelegten Mechanismen, die zur Ausbildung eines weiblichen oder männlichen Embryos führten und aufgrund derer man von einer determinierten Zweigeschlechtlichkeit sprechen könne. Vielmehr gebe es viele Varianten von Geschlechtlichkeit. Zur Untermauerung dieser Sichtweise führt er auch das Phänomen der Intersexualität an – also eine Mißbildung im Mutterleib, die keine eindeutige Geschlechtsausprägung zur Folge hat. Dieses Phänomen bläht er zahlenmäßig um mehrere Zehnerpotenzen auf und siedelt es im einstelligen Prozentbereich an. Voß möchte damit zeigen, daß es keine festgelegten Geschlechter gebe, sondern eine Vielzahl von gleichwertigen Ausprägungen. Mann und Frau als solche gebe es nicht. Für seine Konstruktionen muß Voß das Phänomen der Intersexualität künstlich hochrechnen und dessen pathologische, ausnahmeartige Qualität verleugnen.

Voß könnte als ein seriöser Wissenschaftler nun realisieren, daß dummerweise am Ende einer jeden Schwangerschaft irgendwie doch immer wieder männliche und weibliche Säuglinge auf die Welt kommen. Daß also trotz der angeblichen Variabilität unserer Geschlechtlichkeit in überwältigender Regelmäßigkeit männliche und weibliche Kinder die Welt erblicken.

Mit der angeblichen Ungerichtetheit und Beliebigkeit des Geschlechtlichen scheint es also nicht weit her zu sein. Voß müßte zudem erklären, wie eigentlich die Fortpflanzung des Menschen biologisch gewährleistet sein sollte, wenn es keine klare Determinierung und Ausprägung von Geschlechtlichkeit gäbe. Es erübrigt sich, hier zu erwähnen, daß die These von der angeblichen biologischen Indeterminiertheit der embryonalen Geschlechtsentwicklung eine isolierte Einzelmeinung ist, die bereits überzeugend widerlegt wurde.

Wichtig ist auch hier wiederum zu realisieren, daß die Voßschen Auffassungen erstens evolutionsbiologisch blanker Unsinn sind und zweitens von einem studierten Biologen vertreten werden – der, ich möchte es nicht verschweigen, zufällig homosexuell ist .

Nicht zuletzt muß man sich fragen, wie es um die geistige Verfassung dieses Biologen bestellt ist, wenn er offenbar noch nicht einmal den Begriff der Geschlechtlichkeit versteht – oder verstehen will.

Fortsetzung folgt …


Autor: Sebastian Wiemann
Quelle: http://www.gender-ideologie.de/artikel/gender-ideologie-eine-kurzeinfuehrung.html