GENDER – Wissenschaft, Theorie oder Ideologie? (Teil 5)

PROBLEM 5: Persönliche Betroffenheit und Legitimationsbedürfnisse

Ein wichtiger Problempunkt, der in dieser Aufzählung nicht fehlen darf, ist die persönlich-menschliche Involvierung von Gender-Theoretikern in ihr Forschungsgebiet und ihre diesbezüglichen Anschauungen. Es läßt sich sehr leicht feststellen, daß sich Gender-Forscher nicht aus neutralem Interesse einem Forschungsobjekt zuwenden und hier unbefangen Erklärungsansätze verfolgen, sondern daß sie für sich selbst existentielle Fragen nach Geschlechtsidentität und sexueller Orientierung behandeln und hier politische Ziele verfolgen. Die Gender-Forschung ist quasi ein Vehikel zur Selbstverwirklichung und Selbstlegitimation ihrer Vertreter.
Es verbinden sich unausgesprochene Interessen und Erklärungsbedürfnisse mit wissenschaftlicher Forschungstätigkeit. Gender-Theoretiker sind in weit überwiegender Zahl homo- oder transsexuell. Beispiele hierfür wären Judith Butler oder Raewyn Connell, ehemals Robert Connell. Letzterer hat sein männliches Geschlecht aufgegeben und firmiert nun als Frau. Auf ihn geht die Konzeption der „hegemonialen Männlichkeit“ zurück, eine stupide Abwertung und Dämonisierung alles Männlichen.

Man möge dies alles für einen schlechten Witz halten, es ist aber universitäre Realität.

Es ist leicht durchschaubar, daß Gender-Forscher mit ihren Postulaten der kulturellen Konstruiertheit von Geschlechtlichkeit und „sexueller Orientierung“ ihren eigenen Lebenswandel wissenschaftlich legitimieren und ihre eigene seelische Verfassung stabilisieren wollen.

An diesem Punkt ist ein kurzer Ausflug in die Tiefenpsychologie ratsam, um den verborgenen Sinn hinter dem wissenschaftlichen Unfug der Gender-Ideologie aufzuhellen. Die zentralen Konstrukte der Gender-Forschung lassen sich leicht in einen Sinnzusammenhang stellen, wenn man den persönlichen Hintergrund vieler Feministinnen und Gender-Theoretiker betrachtet. Wenn man zu realisieren bereit ist, daß Homo- und Transsexualität auf sexuelle Mißbrauchserfahrungen in der Kindheit zurückgehen, erklärt sich die enorme Zwanghaftigkeit und Realitätsverleugnung, mit der Gender-Theoretiker ihren Postulaten nachgehen.

In den Konstrukten der Gender-Ideologie läßt sich unschwer die Symbolik eines sexuellen Traumas und einer fundamentalen Fremdbestimmung der eigenen Geschlechtlichkeit wiedererkennen: Geschlechtlichkeit als solche ist die Ursache allen Übels, und die Befreiung von Ungerechtigkeit und Manipulation geschieht durch das Auflösen und Dekonstruieren des Geschlechtsbegriffes. Geschlechtlichkeit ist entweder eine Illusion oder völlig volatil, beliebig. Das Ideal ist quasi eine „geschlechtslose“ Welt. Für ein Kind, das sexuell mißbraucht wird, stimmt dies tatsächlich.

Ein sexuell mißbrauchtes Kind ist tatsächlich zu einem „doing gender“ gezwungen und erlebt seine eigene Geschlechtlichkeit als etwas sehr Schmerzhaftes, Aufgezwungenes und Entfremdendes, ohne dies als Kind wirklich bewußt realisieren zu können. Diese Erfahrungen muß es natürlich verdrängen. Sie finden sich aber unverhofft in den Konstrukten der Gender-Ideologie wieder.

Die schmerzhafte Erfahrung der Manipulation und Fremdbestimmung am Moment der Geschlechtlichkeit spiegelt sich in Begriffen wie „Zwangsheterosexualität“, „Heteronormativität“, „Geschlechterordnung“, „doing gender“ etc. Ebenso bietet die Gender-Theorie den symbolischen Ausweg aus dieser Verzweiflung: Unsere Geschlechtlichkeit und sexuelle Orientierung sind nun frei wählbar und nicht aufgezwungen. Es ist sehr auffällig, wie rigoros und pauschal die Frage der individuellen Freiheit und Gerechtigkeit mit einer kulturellen Erklärung und Beliebigkeit der Geschlechtlichkeit verbunden wird – mit einer Flucht aus unserer natürlichen geschlechtlichen Determiniertheit. Warum ist diese Determiniertheit für Gender-Theoretiker so angstbesetzt und negativ konnotiert?

Die These des sexuellen Mißbrauchs als Grundlage des Feminismus ist keineswegs eine bloße Behauptung, sondern stellt sich vielmehr unschwer als offensichtlich heraus, wenn man die Klagen von Feministinnen und ihren Blick auf die Welt einmal emotional auf sich wirken läßt und sich in die tragische Situation eines mißbrauchten Kindes hineinversetzt. Zudem ist der sexuelle Mißbrauch in der Kindheit auch tatsächlich bei einzelnen Personen wie z.B. Valerie Solanas, einer US-amerikanischen Radikalfeministin, belegt.

Die Gender-Ideologie bietet also die passenden Bilder und Erzählungen, um unbewußt das sexuelle Trauma der Kindheit zu reinszenieren – und auf einer Ersatzebene einen Ausweg aus dem dumpf empfundenen Gefühl der Fremdbestimmung zu bieten.

Nun erklärt sich leicht, warum das Geschlechtliche für Gender-Forscher solch eine existentielle Dimension hat und warum so viele Vertreter dieser Richtung homo- und transsexuell sind. Es erklärt sich auch, warum Feministinnen diese Theorie so begeistert aufnehmen und vertreten bzw. warum sich Gender-Ideologie und Feminismus so nahe stehen. Auch für Feministinnen ist der sexuelle Mißbrauch das zentrale Lebensthema und der Schwerpunkt ihrer Heilslehre – wie sich unschwer an der Themensetzung erkennen läßt. „Rape Culture“, „Phallokratie“, „androzentrische Sprache“ und „Jeder Mann ist ein potentieller Vergewaltiger“ lassen grüßen. Homosexualität ist für viele Feministinnen eine passende Möglichkeit der Flucht vor der Wahrheit ihrer Kindheit, ein probater Weg, um die Erfahrung des Mißbrauchs von sich fern zu halten.

Später erfahren wir ungewollt von diesen Dingen, wenn Feministinnen uns erklären, daß der Geschlechtsakt für die Frau immer eine Unterwerfung bedeute, oder wenn sie Sexpraktiken als Befreiung verkaufen, die vor jeder Berührung eine explizite Frage und Antwort verlangen. Auch solche „Sexpraktiken“ dienen wohl eher dem sexuell mißbrauchten Kind in einer Feministin als dem Rest der Gesellschaft.

Man muß diese zuletzt genannten Ansichten über Homo- und Transsexualität nicht teilen hinsichtlich einer kritischen Auseinandersetzung mit Gender-Ideologie und Feminismus. Jeder sollte sich aber die Frage stellen, worin die Ursache liegen mag, daß erwachsene Menschen derart offensichtlichen und tragischen Unsinn von sich geben können und keinerlei (wissenschaftsethische) Skrupel hinsichtlich ihres Tuns empfinden.

Es ist also nicht übertrieben, wenn man angesichts der geschilderten Zustände von einer sektenartigen Bewegung spricht.

Abschließend bleibt festzuhalten, daß die hier geschilderten fundamentalen Widersprüche und Mängel keinen Gender-Theoretiker beeindrucken oder von seinen Pfaden abbringen werden, da diese Menschen in erster Linie politische Ziele verfolgen und dafür die Wissenschaft mißbrauchen.

Diese Kurzeinführung ist vor allen Dingen für Studenten gedacht, die an der Universität in außerordentlicher Weise mit der Gender-Ideologie konfrontiert werden. Es gibt kaum ein Fach, das nicht von dieser Pseudowissenschaft betroffen ist.

Man sollte im Umgang mit Gender-Theoretikern Milde walten lassen und sie vorsichtig und ohne Überzeugungsanspruch mit Argumenten konfrontieren. Die Gender-Lehre hat für deren Vertreter den Zweck einer Heilslehre und psychischen Stabilisierung. Es ist daher verfehlt, mit einer rationalen und wissenschaftsethischen Grunderwartung an diese Personen heranzutreten.

Die konsequente Infragestellung ihrer Thesen ist bei diesen Personen – wie bei allen Heilslehren – äußerst angstbesetzt.


Autor: Sebastian Wiemann
Quelle: http://www.gender-ideologie.de/artikel/gender-ideologie-eine-kurzeinfuehrung.html